Wir lieben Kunst. Und wir lieben Kunst auf Dosen. Deshalb haben wir unsere Bierol-Artist-Series ins Leben gerufen, bei der in unregelmäßigen Abständen Künstler unsere Bierdosen kreativ in Szene setzen.
Name: Francisco Santos aka the.beery.tales
- Ort: von Turin bis München
- Alter: 35
- Welche Kunst? Illustration
Werdegang:
Ich bin ein portugiesischer Clay Modellbauer im Bereich Automotive Design. Aufgewachsen bin ich in Lissabon, wo ich auch Industriedesign studiert habe und anschließend einige Jahre als Industriedesigner gearbeitet habe. 2015 bin ich nach München gezogen, um in meinem heutigen Beruf zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich auch meine Leidenschaft für Craft Beer entdeckt und schließlich mein Bier-Tagebuchprojekt gestartet: the beery tales.
Ein paar Worte zum Kunstwerk auf der Dose.
Es ist fast so, als würde man „Schafehax“ zu wörtlich nehmen. Ein Schaf in traditioneller Kleidung macht eine französische Cancan-Pose und zeigt dabei stolz seine Schafsbeine. Ein bisschen Shaun das Schaf war ebenfalls Inspiration, um dem Charakter eine süße, leicht alberne Persönlichkeit zu geben. Die Grundlinien wurden von Hand mit Pigmentlinern gezeichnet. Kolorierung, Texturen und weitere Details wurden anschließend in Illustrator entwickelt.
Wie bist du der Künstler geworden, der du bist?
Ich finde es fast übertrieben, mich selbst als Künstler zu bezeichnen. Mit dem Skizzieren habe ich angefangen, weil ich in meinem Job kreativ etwas unterfordert war. Als ich mit meinen Bier-Tagebüchern begann, hat mich meine damalige Freundin Andreia Santos sehr ermutigt, daraus ein richtiges Skizzenbuch zu machen. Von da an entwickelte sich alles weiter: Die Zeichnungen wurden detaillierter und ich entwickelte verschiedene Stile, die schließlich auch Aufmerksamkeit bekamen.
Was ist dir bei der Ausübung deiner Künste wichtig?
Zeit und Entspannung. Ich habe das Glück, dass ich mein Skizzenbuch fast überall aufschlagen und einfach loslegen kann – zu Hause oder auch in einer Bar. Das Wichtigste ist eigentlich, dass man Lust hat, es zu tun. Wenn dieser Wunsch da ist, entsteht der Rest meist ganz von selbst. Bei größeren Projekten sind außerdem Zeit für Versuch und Irrtum sowie die Freiheit, das zu tun, was ich möchte, entscheidend. Musik im Hintergrund hilft, manchmal auch Podcasts.
Was inspiriert dich?
Andere Kreative bei ihrer Arbeit zu beobachten und ihre Ergebnisse zu sehen. Dadurch habe ich auch Museen und Galerien lieben gelernt. Manchmal hilft es aber auch, alles auf Natur und menschliche Begegnungen zu reduzieren. Manchmal lasse ich die Kunst auch bewusst weg, bis ich merke, dass ich sie vermisse – und genau daraus entstehen oft neue Ideen.
Hast du Vorbilder?
Viele der Künstler, denen ich folge, sind für mich große Vorbilder. Besonders geprägt haben mich Alex Senna und Justin Landon. Der größte Einfluss war aber Andreia Santos (Silverowls). Sie hat mir die Freude am Illustrieren vermittelt – Materialien auszuprobieren, Stile zu testen. Ohne diesen Impuls würde ich heute wahrscheinlich überhaupt keine Kunst machen.
Was gestaltest oder malst du am liebsten?
Ich liebe handgezeichnete Illustrationen. Der Prozess kann lange dauern, fühlt sich aber sehr physisch und belohnend an. Auch meine Arbeit im Clay Modelling macht mir viel Spaß – dort forme ich Oberflächen und Volumen direkt mit meinen Händen. Diese Verbindung zwischen Kopf und Händen finde ich besonders erfüllend und sie ist auch der Grund, warum ich so gerne analog statt digital arbeite.
Was würdest du nie künstlerisch umsetzen?
Musik. Für mich steht sie in einer eigenen, höheren Kategorie und ich habe keinerlei Talent dafür. Ich bin zwar sehr empfänglich für Musik, aber eher als Zuhörer.
Wie viel Bier trinkst du?
Instagram: @the.beery.tales